8. November 2015

usedom.click - Der Usedom Fotoblog

Usedom - seine Traditionen und Menschen - eingefangen in monochromen Bildern. Der Usedom Fotoblog zeigt die Insel abseits der Touristenströme. usedom.click




5. August 2015

Loser-Meer-Ostsee? Von wegen!

Lokalpatriotismus. Ja, so könnte man es nennen. Vielleicht aber auch einfach: stolz aufs Zuhause.  Gestern las ich im aktuellen ZEIT-Magazin die "Morgens halb zehn in Deutschland"-Kolumne von Moritz von Uslar. Folge 9: Camping an der Ostsee. Darin verschlägt es den Hauptstadt-Menschen auf einen Campingplatz östlich von Greifswald. Pommern also. Er beschreibt seine Erlebnisse und das Umfeld auf der Suche nach dem deutschen Kleinbürgertum. Das Ganze mit einem Augenzwinkern und dem dauerhaft unterschwelligen Gefühl, sich wie ein Fremdkörper im Kosmos der Campingliebhaber zu bewegen. Einfach nicht seine Welt.
Nun verbringt Herr von Uslar also notwendiger Weise Zeit in der pommerschen Provinz. Irgendwo drei Stunden nördlich von Berlin. An der Ostsee. Dem Loser-Meer, wie er es nennt. Begründet mit dem Fehlen von Brandung und Welle. Und dem Pommern kneift es in den Eingeweiden. Also bitte! Nur, weil der Herr während seines Kurzzeitaufenthalts ne anständige Flaute erwischt hat, ist der Begriff des Loser-Meeres doch wohl mehr als unangebracht. Gerade das Fehlen der Tiede garantiert den ausgezehrten Großstadtmenschen doch den Dauergenuss des kühlen Nass. Hier muss man eben nicht sechs Stunden darauf warten, mal wieder Wasser zu sehen. Die Ostsee ist immer da. Inklusive Brandung. Dabei ist sie sanftmütiger und leiser als die Nordsee. In ihren tosenden Ausbrüchen seltener und gleichsam faszinierend. Selbst für uns Küstenmenschen, die wir sie tagein und tagaus vor der Nase haben. Sie ist wandlungsfähig und facettenreich. Mal liegt sie wie ein riesiger See gelangweilt grau in der Weite. Und dann wieder schickt sie tobende Wellen mit weißen Kämmen an den feinen Sandstrand. Und wenn ich gerade aus dem Fenster schaue, sehe ich unzählige Menschen die Seestraße in Bansin Richtung Strand laufen. Auf dem Weg hinunter an die Ostsee, um die schönste Zeit des Jahres dort zu verbringen.
Und zum Beweis hier ein paar Facetten der Ostsee:






Fotos © Claudia Pautz


9. Februar 2015

Wilde Ostsee

Typisch pommersche Naturen. Je mehr Wind geht, umso ruhiger werden sie. Gott, es gibt nichts schöneres als so ein richtig wildes Meer. So sah es zum Beispiel gestern aus.

 





3. Februar 2015

2 Pommern im Schnee



Als ich heute morgen über die Düne ging, traf ich einen alten Pommern. Er hatte den Reissverschluss seiner Jacke weit geöffnet und auch der Pullover gab den Blick frei auf seinen nackten Hals. Sein Anblick fröstelte mich. Schnee fiel in dicken Flocken. Ich zog den Kopf noch ein Stück tiefer in den Kragen und grüßte. Er blieb stehen, nickte und drehte sich gemeinsam mit mir Richtung Meer. Schweigen, bis ich irgendwann sagte:

"Wie geht's?"
"Gut. Gut."
"Nu is doch noch Winter geworn."
"Jo. Sieht man selten."
"Er bäumt sich nochma auf, bevor es Frühling wird."
"Hm, gut für den Sommer."
"Meinst?"
"Jo."
"Und sonst?"
"Der Rücken. Vom Schneeschippen."
"Verdammt."
"Jo."

Und wieder Schweigen. Wir standen noch einen Moment gemeinsam da und schauten hinaus in die Weite. Dann tippte er auf meine Kamera und sagte: "Gute Idee. Musst alles knipsen." "Jo", sagte ich und ging los.








21. Januar 2015

Die schöne Seite von Grau

21. Januar 2015 - 8:30 Uhr
Das morgendliche Grau am winterlichen Strand kann durchaus herrschaftlich schön daherkommen.






20. Januar 2015

Von Leben und Lebendigkeit

Manchmal, wenn ich am Morgen über die Düne gehe, laufe ich in eine verlassene Welt. Der  Sandstreifen schlängelt sich bis an die Füsse der Seebrücke von Heringsdorf, nur unterbrochen vom Kanal, der gleich dort hinten in die Ostsee mündet, und zwei eisernen Wachtürmen, die in der Ferne den Blick hinaus auf die See richten. Die Sonne hat es noch nicht über den Horizont geschafft und wenn sie es geschafft hat, werden mir heute ihre Strahlen verborgen bleiben. Er ist grau, dieser Morgen. So grau wie das Meer, das nur in Ufernähe weiße Kämme auf die Wellen zaubert. 
Ich setze meine Schritte in den feuchten Sand und laufe dem Morgen entgegen. Keine Menschenseele weit und breit. Hinter den Fenstern der alten Bädervillen, die sich in Bansin so stattlich über die Düne erheben, nur Dunkelheit. Es ist Januar. Kein Monat ist ferner von Besucherströmen und Strandleben.
Am Kanal sind die Schleusen geöffnet. Das Wasser aus dem Gothensee fließt in die Ostsee und durchschneidet meinen Weg. Eine kleine Brücke ermöglicht den Übergang, und schon bin ich zurück auf dem schmalen Streifen zwischen Meer und Strand, der das Gehen weniger beschwerlich macht. 
Irgendwo am Horizont taucht ein weißes Schiff auf. Genau dort, wo sonst die Ausfahrt des Swinemünder Hafens zu sehen ist. Heute ist kein Land in Sicht, nur ein weißes Schiff durchbricht das endlose Grau. 
Die ersten Tropfen legen sich auf meine Haut und begleiten mich, bis ich den stählernen Pfeiler der Seebrücke berühre. Noch immer bin ich allein am Strand und es ist als reiche die Welt hinter der Düne nicht bis hierher. Es ist als trenne der Strand Leben und Lebendigkeit. Das Leben, das wir hinter der Düne führen und die Lebendigkeit der Natur, die sich heute morgen in großer Einsamkeit verliert. 
Und langsam ich mache mich auf den Weg zurück, am Ufer entlang, und spüre einmal mehr, wie sehr sich beide Welten in mir einen. 


16. Januar 2015

Ich glaub, es wird Frühling!

Nein wirklich! Gerade zwitschern die Vögel vor meinem Fenster derart laut, dass mich das Geräusch in Kombination mit dem grellen Sonnenlicht und dem ungewohnt endlosen Blau des Himmels in die ersten Frühlingsgefühl katapultiert. Ich arbeite schon den ganzen Tag bei offenem Fenster. Im JANUAR!!! Im gleichen Moment setzt mein Verstand ein und flüstert: Du wirst noch dran denken, wenn es im Februar richtig Winter wird.
Na, wie auch immer! Ich brauche keinen Winter mehr. Und wenn ich es mir aussuchen dürfte, zöge ich die heutige Wetterlage der gestrigen allemal vor. Gleichzeitig frage ich mich jedoch schon, ob das die Auswirkungen der Erderwärmung sind und sehe meine Großmutter vor meinem inneren Auge weise lächelnd: Ach, weißt Du Kind, solche Winter gab es vor 50 Jahren schon. Recht hat se!


15. Januar 2015

Usedom im Januar 2015

Nun ist das Eiland oder überhaupt das Land Meer ja dafür bekannt, eher milde Winter zu haben, was in den letzten Jahren durch Schneemaßen und Eiseskälte fast in Vergessenheit geriet. Dieser Winter jedoch erscheint mir etwas wirr in seinem Wetterverhalten. Glaubt man sich gerade an die schmuddeligen stunden- ja mitunter tagelangen Regenperioden gewöhnt zu haben, schenkt er uns mal eben einen Sonnentag mit 10°C Außentemperatur. Und ganz selbstlos die ersten Frühlingsgefühle dazu. Eine Freundin veröffentlichte sogleich im beliebtesten sozialen Netzwerk das erste gerade entdeckte Schneeglöckchen. Verkehrte Welt.
Wie auch immer! Es ist derzeit eher schwer, einen authentischen Wettereindruck von der Insel Usedom zu geben. Das einzig Stetige ist ungeachtet aller Prognosen der Sonnenaufgang, der zu dieser Jahreszeit unglaublich schön ist. Gerade geht die Sonne über das Skyline von Swinemünde auf und schiebt sich leuchtend orange in den neuen Tag. Ein Schauspiel, das vielleicht eine viertel Stunde dauert, bevor der leuchtende Ball hinter dicken Wolken auch schon wieder verschwindet. 
Nun findet so ein Sonnenaufgang ja nicht nur auf Usedom sondern allerorts mal statt. Was ihn hier jedoch so fesselnd macht, dass selbst ein sonnenaufgangsbildverwöhntes Inselkind allmorgendlich verzaubert in die Ferne starrt, sind die Spiegelungen auf der Ostsee, die das Licht bis vor die eigenen Füße tragen. Vorausgesetzt man hat seinen müden Leib an den Strand geschafft und läuft am Ufer gen Osten.