14. April 2014

Alarm in Zone 10

Ich liebe Alarmanlagen, jedenfalls solange sie so funktionieren wie sie sollen. Nun habe ich mein neues Büro mit eben genau einer solchen ausgestattet. So eine hochmoderne Anlage, die bei jeglicher Bewegung außerhalb der Bürozeiten in innerhalb der Räumlichkeiten und auch bei Gasgeruch und Rauch mit einer derart penetranten Sirene die komplette Nachbarschaft zusammentrötet, dass mir bereits nach der 10-Sekunden-Testphase ein Hörsturz drohte. Sehr gut, dachte ich. Und weil ich es mir nicht gleich von Anfang an mit den netten Leuten von gegenüber und untendrunter verscherzen wollte und ich im Fall der Fälle auch gern vor Ort wäre, schickt mir das System noch fröhlich SMS auf mein iPhone mit detaillierten Angaben zum genauen Alarmauslöseort. Verflixt, diese Technik fetzt.
Wichtig ist nur, alles genauestens zu konfigurieren. Also: dieser Bewegungsmelder überwacht Zone 1 und dieser Zone 2 und dieser...na, Ihr wisst schon. Nur blöd, wenn irgendein Vollhorst beim Vorkonfigurieren der Anlage vergessen hat, diese netten kleinen Aufkleber mit der Zonennummer auf die Sensoren zu kleben. Hmmpppffffttt! Hilft nichts, da muss man ausprobieren.
Also löste ich nacheinander die Sensoren in den einzelnen Räumen aus, weil diese natürlich schon fleißig durch den Hausherrn an die Wände montiert worden waren, bekam jeweils eine SMS mit der Zonennummer von der Anlage geschickt und hatte mich nach einer guten Stunde durch alle Zimmer alarmiert. Dummerweise hingt auch die Anlage selbst bereits an Ort und Stelle, ein paar Zentimeter unterhalb der Decke und wie Frauen manchmal so sind, wird nicht einfach eine Leiter geholt und der Stecker der Sirene aus der Anlage gezogen. Neeeeiiiin! Warum das denn??? Wir lassen die Anlage lieber für die kurzen Momente loströten und schalten dann per Fernbedienung aus. Woran ich jedoch nicht dachte: die Sirene trötet derart laut und dieses Tröten wird durch die Wände noch verstärkt, dass man es gerade so mit beiden Händen an den Ohren aushalten kann. Nur bleibt dann keine Hand frei, dem Lärm ein Ende zu setzen. Das verlangt Körperbeherrschung und Geschwindigkeit und sah ganz sicher auch ziemlich lustig aus, als ich Ohren zuhaltend aus dem Haus rannte, um in sicherer Entfernung die Anlage zu entschärfen. Naja, wie auch immer! Ich habe überlebt, die Anlage funktioniert bestens und ich hoffe, dass ich das Tröten nie wieder hören muss.
In diesem Sinne: einen entspannten Montagabend und viel Grüße von der Insel.

13. April 2014

4 km Weltensprung

Was für ein Timing. Das erste rundum freie Wochenende im neuen Zuhause und mich legt eine Erkältung lahm. Nun liege ich mit Blick auf den blauen Himmel über der Villa gegenüber und teeschlürfend auf der Couch und erinnere mich an ein Erlebnis vor fast anderthalb Jahren in genau diesem Haus hier. Wenn mir damals jemand erzählt hätte, dass ich 16 Monate später hier wohnen und mich so wohl fühlen würde, hätte ich kopfschüttelnd entgegnet, dass die Villa Sonnenschein, in der ich damals schon fast 9 Jahre wohnte, und ich symbiotisch miteinander verwachsen wären und das Wort Auszug in Kombination mit diesem Haus in meinem Wortschatz gar nicht vorkäme. Wir Pommern tun uns nämlich schwer mit Veränderungen. Obwohl ich glaube, es ist vielmehr die Angst vor dem Neuen als das Neue selbst. Ich jedenfalls habe schon nach gut 14 Tagen Ortswechsel das Gefühl, seit Monaten hier zu wohnen. Es ist einfach schön. 
Nun muss man sich vorstellen, dass ich meinen Wohnsitz eigentlich nur vier Kilometer nordwestlich von Heringsdorf nach Bansin verlegt habe. Heißt, von einem Seebad ins nächste, wobei der Übergang zwischen den Orten nahtlos verläuft und sie zur selben Gemeinde, nämlich Heringsdorf, gehören. Und trotzdem gleicht es mitunter einem Weltensprung. Bansin ist einfach anders. Es ist kleiner und gleichermaßen sympathischer. Hier lacht mich die Verkäuferin an der Kasse im Lidl am frühen Morgen genauso an wie die Dame in der Post fünf Minuten vor Feierabend. Nun will ich nicht sagen, dass das in Heringsdorf oder Ahlbeck anders ist. Nein, nicht überall, aber stellenweise schon, sonst wäre es mir wahrscheinlich auch nicht aufgefallen. 
Bansin ist familiärer. Erst neulich fragte uns die Kellnerin im Bierkutscher in der Seestraße, ob denn alles geklappt hätte mit unserem Umzug und wir schon angekommen wären. Nagut, es ist wohl schon ein Ereignis, das in Bansin nicht unbemerkt bleibt, wenn Möbel mit einem Lift in die dritte Etage einer Villa befördert und über einen Balkon in die Wohnung transportiert werden. Sowas spricht sich hier schnell rum, genau wie der Kinderwunsch, von dem meine bessere Hälfte und ich zwar noch nicht wissen, der in Bansin jedoch schon munter die Runde machte. Entzückend! Ich bin schon ganz gespannt, was uns hier noch alles erwartet. 😉
In der letzten Woche war ich auch auf dem Amt, habe mich ordnungsgemäß umgemeldet und darf mich nun offiziell als Bansinerin bezeichnen. Und irgendwie bin ich stolz drauf. Ich weiß nicht warum, aber ich war schon immer gern in Bansin. Vor einer gefühlten Ewigkeit habe ich hier schon einmal für anderthalb Jahre gewohnt. Ich mag den Ort einfach und wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum die pommersche Natur hier nicht all ihre Facetten zeigt und friedlich schnurrend in einen Wohlfühlzustand übergleitet. 

4. April 2014

So schön stürmischer Frühling

FREITAG! Das ist doch ein großartiges Wort. Noch sitze ich in meinem schicken neuen Büro und versuche mich zurechtzufinden, weil jeder Handgriff irgendetwas ans Tageslicht befördert, nur nicht das, was ich gerade suche. Na ja, wird schon.
Jedenfalls war ich heute morgen mit der Nordic Walking Gang in aller Herrgottsfrühe am stürmischen Strand unterwegs. Und weil Gespräche bei Windstärke 5-6 eigentlich nur aus nicht verstandenen Sätzen mit anschließendem "Häh?" des Gegenüber bestehen, verfielen wir irgendwann und natürlicherweise ins Schweigen. Dann rollen die Gedanken so im Oberstübchen hin und her und der Blick fängt ungehindert das umwerfende Naturschauspiel ein. Müsst Ihr einfach mal machen! Morgens bei Sturm den Strand erleben, meine ich. Jedenfalls hatte ich dabei die Idee, dem Langen Berg hinter Bansin mal wieder einen Besuch oberhalb der Kliffkante abzustatten. Genau dort war ich nämlich in Kindertagen oder besser Schultagen des öfteren unterwegs.
Gedacht, geplant, getan. Und weil man solche Pläne nicht auf die lange Bank schieben soll, wurde kurzerhand die heutige Vormittagstimeline ein bisschen gebogen und gezerrt und der höchsten Erhebung zwischen Bansin und Ückeritz ein Besuch abgestattet. Beeindruckend!
Die Kamera hatte ich im Gepäck. Natürlich. Es sind ein paar Bilder und dieses kleine Video entstanden, das keinerlei technischer Höchstleistung entspricht, sondern vielmehr den tollen Blick, den man vom Langen Berg aus über die Ostsee hat, zeigt. Viel Vergnügen und frühlingsfrische Inselgrüße vom schönen Eiland.

PS: Schraubt Euch das Video auf volle Bildschirmgröße und HD. Dann kommt es am besten ;-)