19. Dezember 2013

So, nu is ma Weihnachtn

Einen wunderschönen Donnerstagnachmittag, liebe Usedom-Liebhaber-Gemeinde. Heute ist der letzte Donnerstag vor Weihnachten und damit höchste, aber auch wirklich allerhöchste Zeit, hier ein wenig Ringeldingmusik-Plätzchenduft-Christbaumkugel-Atmosphäre reinzubringen.
Ich höre nämlich seit vollen 5 Tagen die Rat Pack Christmas CD rauf und runter und selbst wenn ich musiklos unterwegs bin, schunkelt es in meinem Kopf im Takt der Marshmallow World. Hach, schön.


Der Weihnachtsbaum steht auch und jetzt kommt mir nicht mit: "Das ist doch noch viel zu früh." und "Wir bauen unseren erst am 24. vormittags auf." Ja! Macht doch! Mein Baum jedenfalls steht schon und er ist umwerfend. Wirklich! Ich habe mich für rot und weiß entschieden. Ohne Lametta. Weil ich doch ein gestörtes Verhältnis oder besser einen besonders guten Draht zu Lametta habe. Die lustigen Metallstreifen sind mir schon in meiner Weihnachtskindheit auf Schritt und Tritt gefolgt. Wahrscheinlich ist das Lametta heute nicht mehr mit dem guten DDR-Alu-Lametta vergleichbar, aber ich kann trotzdem gut darauf verzichten. Darum Baum in rot / weiss mit Strohsternen und hier und da  diesen entzückenden kleinen Ranhängsel in Herzform und so und ohne Lametta. Schnappschuss gefällig:

Und wo wir schon bei Weihnachten sind: Es gibt da doch diese tolle Weihnachtsgeschichte, die sich vor gut 2000 Jahren in einem kleinen Stall in Bethlehem abspielte und die zu viele Menschen scheinbar vergessen haben. Genau zu diesem Thema habe ich in der letzten ZEIT dieses wunderbare Gedicht gefunden und das solltet Ihr jetzt mal ganz genüsslich lesen. Vorher sage ich Tschüss und schönen Abend noch.

Weihnachten?
(nach Joseph Freiherr von Eichendorff, »Weihnachten«) 
Markt und Straßen stehen verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Wütend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht nach Bauhaus aus.  <-großartig (Anmerkung des Inselkinds)
Und die Fenster sind jetzt alle,
Mit Antennen froh geschmückt,
Tausend Kindlein stehen und schauen
Auf ihr iPhone, tief beglückt.  
Und ich wandre frohen Mutes
Weit hinaus, wo's Funkloch ist,
Hoffend, dass ich einen treffe,
Der die Weihnacht nicht vergisst. 
Sterne keinen Kreis mehr schlingen.
Wer kam da »vom Himmel hoch«?
Und statt Glocken Kassen klingeln.
Weihnachten? Was war das noch?
Maria Stiefl-Cermak, Freiburg
(Klassische Lyrik, neu verfasst - Quelle: ZEIT vom 12.12.2013 Seite 84)




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen